Ethouse Award

Das sind die Siegerprojekte

Altbausanierung
06.03.2024

Von: Redaktion Handwerk + Bau
Zum zwölften Mal hatte die Arge Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme den Ethouse Award ausgeschrieben, der Preis für energieeffiziente Sanierungen in Österreich. Nun stehen die Siegerprojekte fest.
Favorite Spring, Quellenstraße, 1100 Wien

Alle nominierten Projekte inklusive Vorher/Nachher Fotos finden Sie hier.

Die Gewinner*innen des diesjährigen Ethouse Award sind:

Schlüssel zur klimagerechten Stadt

  • Favorite Spring, Quellenstraße, 1100 Wien
  • Bauträger: Ulreich Bauträger GmbH
  • Architektur: daneshgar architects
  • Verarbeitung: Gassner & Partner Baumanagement GmbH

Geförderte Gemeinschaft im Denkmalschutz

  • Johann-Hoffmann-Platz 10-15, 1120 Wien
  • Bauträger: GSD Gesellschaft für Stadt- und Dorferneuerung Ges.m.b.H.
  • Verarbeitung: Lavaro Bau GesmbH

Soziale und thermische Kompetenz Hand in Hand

  • Stadel und Pfarrheim, Maria Laach am Jauerling, Niederösterreich
  • Architektur: AH3 Architekten ZT
  • Verarbeitung: Jägerbau GmbH

Mehrwert-Zentrum

  • Gemeindeamt, Sipbachzell, Oberösterreich
  • Architektur: mia2/ARCHITEKTUR ZT GMBH
  • Verarbeitung: Andrijevic Fassadenbau GmbH

Eine "Lobende Erwähnung" bekam folgendes Projekt aufgrund der sozialen und baukulturellen Verantwortung:

  • Haus St. Michael, Feldkirch in Vorarlberg
  • Architektur: postner/duelli/architekten
  • Verarbeitung: Atrium Gerüstbau, Verputz GmbH

Begründungen der Jury

Favorite Spring
„Eine meisterliche strategische sowie technische Umsetzung ist gelungen.“
Projektbeschreibung:
„Favorite Spring“ liegt in der Quellenstraße 22 an einer vielbefahrenen Straßenkreuzung im Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Das Gründerzeithaus war 120 Jahre nach seiner Errichtung desolat und am Ende der Nutzungsdauer angekommen. Die Sanierung schaffte hochwertigen neuen Wohnraum: Bei aufrechtem Geschäftsbetrieb und mehrheitlich bewohnten Wohnungen gelang Ulreich Bauträger eine Dekarbonisierung. Alle Einzelheizungen wurden auf eine Fernwärmezentrale umgestellt. Neue Passivhausfenster und -türen wurden eingebaut und hofseitige Freiflächen geschaffen.
Die ehemaligen Substandardwohnungen erhielten von daneshgar architects zeitgemäße neue Grundrisse und ein Designkonzept reicht bis ins Detail. Mit einem 3-geschoßigen Dachgeschoßausbau sowie der Errichtung eines zweigeschossigen Bürogebäudes im Hof gelang Ulreich Bauträger Nachverdichtung für eine klimagerechte Stadt.
Folgende Punkte hebt die Jury besonders hervor:
- Erfolgreicher strategischer Ansatz zur Aufwertung desolater Bestände (teils Substandard)
- Sanierung mit Erweiterung = Verdichtung
- Erhaltung der grauen Energie
- Sicherung und Weiterentwicklung des Bestandes durch Schaffung zusätzlichen Wohnraums
- Technische Herausforderungen bei der baulichen Umsetzung wurden gemeistert.

Favorite Spring, Quellenstraße, 1100 Wien

Johann-Hoffmann-Platz
„Diese Quartiers-Sanierung beweist den erfolgreichen Umgang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes und Berücksichtigung der historischen Bedeutung.“
Projektbeschreibung:
Das denkmalgeschützte Areal aus 1912 im 12. Wiener Gemeindebezirk erhielt durch die Sanierung ihr historisches Erscheinungsbild zurück: Zierteile wurden instandgesetzt, optische Missstände wurden beseitigt und die Farbgebung angepasst. Thermisch wurde das Haus optimiert und ans Fernwärmenetz angeschlossen. Ein Dachgeschossausbau schaffte 26 leistbare Wohnungen mit Freiflächen. Für ein verbessertes Wohnkomfort wurden Wohnungen erweitert, Aufzüge und ein barrierefreier Zugang errichtet, dafür wurde auch das Hofniveau abgesenkt. Um die Lichtverhältnisse in den Innenhöfen zu verbessern, wurde auch je Quertrakt ein Geschoss abgetragen. Dort befinden sich nun Gemeinschaftsterrassen und weitere neue gemeinschaftlich genutzte Flächen, die den Bewohner:innen heute zur Verfügung stehen. Die GSD bewies eine achtsame Revitalisierung des denkmalgeschützten Quartiers.

Aus der Begründung der Jury:
- ganzheitliche Betrachtung
- Sanierung eines Quartiers
- Erfolgreicher Umgang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes und Berücksichtigung der historischen Bedeutung
- Aufwertung des Bestandes durch gezielte Gestaltungsmaßnahmen und eine technisch anspruchsvolle Modernisierung
- Einbeziehung und Berücksichtigung der Interessen der Mieter*innen

Johann-Hoffmann-Platz 10-15, 1120 Wien

Stadel und Pfarrheim, Maria Laach am Jauerling
„Es ist ein kleines aber auch komplexes Projekt, bei dem neben den Anliegen des Denkmalamtes, auch die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzer:innengruppen berücksichtigt worden sind.“
Projektbeschreibung:
Der bestehende Stadl aus dem Jahr 1890 der Pfarre Maria Laach blieb im Zuge der Sanierung mit seinen typischen Merkmalen erhalten. AH3 Architekten verstand es klug, die räumlich begrenzten Möglichkeiten zu nutzen: Es wurde im Stadel ein Gebäude errichtet. Ein Bühnenzubau sowie die energetische Optimierung machen das Gebäude heute zu einem angenehmen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungsort der Region.
Folgende Punkte hebt die Jury besonders hervor:
- Umsichtige und wertschätzend im Umgang mit dem Bestehenden
- Nutzungserweiterung orientiert an den Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzer:innengruppen
- kluge Nutzung räumlich begrenzter Möglichkeiten
- Ein kleines, aber auch komplexes Projekt
- Berücksichtigung der Anliegen des Denkmalamtes
- Beitrag zur Bewusstseinsbildung für thermische Sanierungen

Stadel und Pfarrheim, Maria Laach am Jauerling, Niederösterreich

Gemeindeamt, Sipbachzell
„Die öffentliche Hand hat Vorbildwirkung, was mit diesem Projekt zu hundert Prozent gelungen ist: flächenschonender Umgang durch intensive und vielfältige Nutzung.“
Projektbeschreibung:
Das Gebäude aus den 1950er Jahren war ursprünglich als Gemeindeamt und Feuerwehrdepot geplant. 2016 erfolgte der Einbau einer Arztpraxis in der ehemaligen Feuerwehrgarage. Flächenschonender Umgang stand über der mehrstufigen Sanierung von mia2/ARCHITEKTUR. Sie wurde bei laufendem Betrieb des Gemeindeamts sowie der Arztpraxis durchgeführt.
Die Grundlagen der thermischen Sanierung waren die Nutzung der bestehenden Struktur, der Einsatz ökologischer Materialen und die thermische Aufwertung der gesamten Gebäudehülle. Außerdem wurde der Proberaum des Musikvereins vergrößert, ein Holz-Kuppeldach erstellt, eine technische Optimierung und barrierefreie Erschließung umgesetzt.
Folgende Punkte hebt die Jury besonders hervor:
- klare Architektursprache und kluge Funktionszuordnung ermöglichen die Integration von saniertem Bestand und Erweiterung zu einem Gebäude
- Sanierung eines Gemeindegebäudes mit Erweiterung im Sinne der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
- flächenschonender Umgang durch intensive und vielfältige Nutzung
- Beitrag zur Bewusstseinsbildung für thermische Sanierungen

Gemeindeamt, Sipbachzell, Oberösterreich

Haus St. Michael
„Hier wurde eine respektvolle Sanierung realisiert: gegenüber der Bewohner:innen und des postmodernen Gebäudebestands in Österreich.“
Projektbeschreibung
Der postmoderne Bau aus den 1980ern wird von der Caritas als Mutter und Kind Haus geführt – mit Intensivbetreuung 24 Stunden bis zu Startwohnungen. Im Zuge des Umbaus entstanden zusätzlich vier Wohnungen im Dachgeschoss mit einem Aufenthaltsraum und einer gemeinsamen Loggia. Die oberste Decke und Außenwände wurden neu in Holzbauweise errichtet, in der Ostfassade wurden zusätzliche Fenster eingebaut.
Die Architektursprache dieses denkwürdigen Gebäudes wurde in Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt Feldkirch und dem Denkmalamt beibehalten. postner/duelli/architekten realisierte eine respektvolle Sanierung: gegenüber der Bewohner*innen und des postmodernen Gebäudebestands in Österreich.
Folgende Punkte hebt die Jury besonders hervor:
- soziale Verantwortung (Mutter und Kind Haus)
- soziale Nachhaltigkeit durch partizipativen Umgang realisiert
- Bedürfnisse der Bewohner:innen werden respektiert und aus verschiedensten Perspektiven berücksichtigt
- Einbeziehung des Denkmalamts zur Wahrung der charakteristischen Gebäudekubaturen
- Beispiel für eine Sanierung des postmodernen Gebäudebestandes

Haus St. Michael, Feldkirch in Vorarlberg

ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme: die Arbeitsgemeinschaft der Dämm-Spezialisten

Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG) vereint die größten Anbieter von Wärmedämmverbundsystemen in Österreich: Baumit, Capatect, Röfix und Sto. Ein Großteil aller in Österreich verarbeiteten Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) kommt aus den Betrieben dieser vier Unternehmen. Ziel der QG ist es, private und öffentliche Bauherren über die Vorzüge von WDVS zu informieren und die Verarbeitungsqualität zu steigern. Dafür gibt die QG eine Verarbeitungsrichtlinie (VAR) sowie ein Serviceheft „Pflege und Wartung“ heraus und hat die Ausbildung zum zertifizierten WDVS-Fachverarbeiter (ZFV) initiiert. Der Ethouse Award – der Preis für energieeffiziente Sanierungen in Österreich gilt als Zeichen, dass planerische und Ausführungsqualität zu attraktiven Objekten führen. Diese als Impulse möchte die QG in die Öffentlichkeit bringen. Die Initiativen – VAR, ZFV und Ethouse Award – sind im Sinne der UN Sustainable Development Goals.