Personalmangel

Ausgebildete Fachkräfte immer dringender gesucht

Fachkräftemangel
17.08.2022

Von: Redaktion Handwerk + Bau
Jedes vierte heimische Unternehmen ist auf der Suche nach neuen Mitarbeiter*innen. Gut ausgebildete Fachkräfte sind jedoch immer schwerer zu finden. Die Betriebe erwarten sich seitens der Regierung mehr Unterstützung, um den Arbeitskräftemangel in den Griff zu bekommen.
Immer mehr Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften.
Immer mehr Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften.

Ende April 2022 waren in Österreich insgesamt 327.308 Personen beim AMS als arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das sind um fast 25 Prozent weniger als vor einem Jahr und der niedrigste April-Wert seit zehn Jahren. Laut Wifo-Prognose wird die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Österreich dieses Jahr voraussichtlich bei 6,3 Prozent liegen. Dennoch registriert das AMS nach wie vor eine sehr hohe Anzahl an offenen Stellen, auch bei den Ausbildungsplätzen. Ende Mai 2022 gab es österreichweit 13.645 unbesetzte Lehrstellen.

Fachkräftemangel gehört mittlerweile zum Alltag

Laut Austrian Business Check des KSV1870 planen 27 Prozent der heimischen Unternehmen ihren Personalstand bis Ende des Jahres zu erhöhen. Viele Betriebe haben aber Probleme, die vakanten Stellen zu besetzen. "Die Angst, dass durch die zunehmende Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gehen könnten, hat sich bis jetzt nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Viele Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften, die sie im Moment jedoch nur schwer finden", erklärt Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG. Der Fachkräftemangel gehört mittlerweile bei vielen Berufsgruppen zum Alltag. Im Bereich Gewerbe und Handwerk zählen beispielsweise Glaser*innen, Maler*innen, Bodenleger*innen, Fliesenleger*innen und Tischler*innen zu den absoluten Mangelberufen. Bei der Personal- und Lehrlingssuche müssen daher verstärkt die Betriebe auf zukünftige Mitarbeiter*innen zugehen.

Gute Work-Life-Balance wichtiger als Gehalt

Während in der Vergangenheit auch Quereinsteiger*innen durchaus willkommen waren, sind es aktuell vor allem die Faktoren "Zuverlässigkeit/Verantwortungsbewusstsein" (77 %), "entsprechende fachliche Qualifikation" (59 %) und "ausgeprägte soziale Kompetenz" in Verbindung mit dem Faktor "Muss ins Team passen" (jeweils 41 %), die zählen. Aber auch Flexibilität, Lernbereitschaft und Loyalität gegenüber dem Unternehmen stehen hoch im Kurs.

Gleichzeitig ist den Unternehmen bewusst, dass sich der Arbeitsmarkt zu einem Arbeitnehmer*innenmarkt entwickelt hat. Auf die Frage, was Unternehmen Arbeitssuchenden heutzutage bieten müssen, gehörten ein angenehmes Arbeitsklima (63 %), eine gute Work-Life-Balance (49 %) und ein leistungsorientiertes Gehalt (43 %) zu den Top-Antworten. Dicht dahinter folgten die Punkte Homeoffice bzw. flexible Arbeitsmöglichkeiten und der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz. Überraschen für Vybiral war: "Egal ob junges oder etabliertes Unternehmen, ob Ost- oder Westösterreich – die heimischen Betriebe gehen davon aus, mit einem guten Betriebsklima und einer guten Work-Life-Balance am Arbeitsmarkt mehr Anklang zu finden als mit dem Faktor Gehalt." (ar)